Binker Materialschutz GmbH

STRAHLENBELASTUNG DURCH RADON

Radon ist ein radioaktives gasförmiges Element. Die Atomkerne radioaktiver Elemente sind instabil und zerfallen unterschiedlich schnell nach einem Zerfallsgesetz:

Bei jedem radioaktiven Zerfall entsteht immer Strahlung. Beim Radon ist es die gefährliche Alphastrahlung. Alphastrahlung ist zwar die am leichtesten abzuschirmende ionisierende Strahlung, doch bei Anreicherung eines Alphastrahlers in einem Organ wirkt sich die Strahlendosis konzentriert auf kleinem Raum auf wichtige Körperzellen aus. Durch die große Masse des Alphateilchens erhält beim Alphazerfall auch der Tochterkern einen deutlichen Anteil der freiwerdenden Energie. Die Tochterkern-Energien betragen dabei bis zu etwa 200 keV. So tragen bei inkorporierten Alphastrahlern (Radon) auch die Rückstoßkerne zur Schädigung des menschlichen Gewebes bei. Der Strahlungswichtungsfaktor für Alphastrahlung ist deshalb auf 20 festgelegt, während er für Beta- und Gammastrahlung nur 1 beträgt. Für gleichen Energieeintrag wird also bei Alphastrahlung die 20-fache Schadwirkung (=Faktor 20) angenommen.

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Die Halbwertszeit des radioaktiven Radons beträgt 3,8 Tage. Das bedeutet, dass – unabhängig davon, in welcher Konzentration Radon vorhanden ist – nach fast vier Tagen die Hälfte (50%) davon in seine Folgeprodukte zerfallen ist und nach weiteren 3,8 Tagen davon wieder die Hälfte (25%) usw.

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Kurzlebige Radon-Folgeprodukte sind Isotope von Polonium, Wismut und Blei. Diese sind ebenfalls radioaktiv und haben eine sehr kurze Halbwertszeit. Ihre Atomkerne zerfallen in wenigen Minuten und senden dabei Alphastrahlen aus, die menschliches Gewebe schädigen können.

Quelle: Fotolia und Volkmar Schmidt

Die radioaktiven Radon-Folgeprodukte (Polonium, Wismut, Blei) lagern sich an Aerosole (feinste „wässrige“ Teilchen in der Luft) an, die inhaliert werden und in der Lunge haften bleiben. Wenn diese Radon-Folgeprodukte in der Lunge zerfallen, senden sie dort überwiegend die gefährliche Alphastrahlung aus. Diese Strahlung schädigt die Zellen im Gewebe der Lunge, der Körper kann die Schäden nicht mehr selbst reparieren und so kann Lungenkrebs ausgelöst werden.